Nordkap
Auf diesen Platz an der finnischen Grenze hat uns wirklich nicht viel gehalten. Weder noch der akkurat gemähte Rasen, noch der 50er Jahre Flair, noch der Geruch wie im Wartezimmer bei Dr. Bartels früher in Peckelsheim. Also ab über die Grenze, nach Finnland und tanken. Richtig günstig war es nicht, aber es war die nächste Tanke und wir hatten keine Ahnung wie es in Finnland weiter geht. Sind ja keine 100 km.
Finnland sieht so aus wie Schweden. Es ist zumindest kein Unterschied in dieser Region festzustellen. Vielleicht etwas karger. Nach gut 100 km haben wir die Norwegische Grenze passiert und die EU verlassen.
Stefan in Finnland auf dem Weg nach Norweg
In Norwegen veränderte sich bei Kaiserwetter nach und nach die Landschaft zum Schroffen. Tiefe Schluchten, hohe Berge mit Wasserfällen, schneebedeckte Gipfel. So ging das ganze dann noch einige Zeit weiter. Je weiter wir nach Norden kamen, je karger wurde die Vegetation, aber gigantisch beeindruckend.
Klamm in Norwegen auf dem Weg nach Alta
Die Besiedlung wurde immer dünner und so vermutlich auch die Möglichkeit Brennstoff zu bunkern. Ich entschied mich auf einer Hochebene für eine Kanisterbetankung im Feld. Eine handvoll Kilometer weiter war natürlich eine Tanke mit dem passenden Namen Bunker Oil. War also total unnötig.
Von hier sollte es in einem Zug weiter zum Kap bzw. der Hütte, die wir vor dem Kap ansteuern wollten, gehen. Soweit der Plan. Allerdings habe ich mittlerweile ein gutes Händchen dafür, meinen linken Rückspiegel zu zermatschen. Unser erster Ausfall…
Mittlerweile sind nämlich Rentiere auf der Strecke aufgetaucht. Die Stehen wirklich überall dumm herum. So auch nach dem ersten Tunnel. Da dachte ich mir, wenn ich eh schon anhalten muss, kannste auch gleich ein Foto machen. Was ich aber nicht bemerkt hab, das die Straße den Tunnel in einer Steilkurve verlässt und meine Beinchen zu kurz sind. Meine Eisen kam ins kippen, den Rest muss ich nicht erklären denke ich. Als ich wieder saß, hatte Stefan Probleme auf den Bock zu kommen. Denkbar ungünstige Stelle.
Der nächste Rastplatz war nicht weit. Nichts weiter passiert. Aber der Rastplatz entpuppte sich auch als Badebuch. Ziemlich abgefahren. Es gab sogar zwei tapfere Mädels die kurz im Wasser waren.
Badebucht vor dem Nordkap am nächsten Tag
Ohne Weitere Unterbrechung sind wir weiter zu unserer Unterkunft. Mittlerweile war es nämlich nur noch zwischen 10°C und 14°C. Wir hatten auch keine Lust das Zelt aufzubauen.
Unsere Hütte 13 km vor dem Kap
Wir haben unsere Hütte bezogen und ich hab schnell meinen verbleibenden rechten Spiegel auf links umgebaut. Die paar Meter zurück nach Hause wird auch mit nur einem linken Spiegel gehen.
Nun ging es endlich zum 13 km entfernten Nordkap. Wir wollten erstmal schauen und uns einen Überblick verschaffen, damit wir Nachts, nachdem geschlossen ist, zur Weltkugel mit den Mopeds können ohne das jemand dumme Fragen stellt.
Also haben wir erstmal das Pflichtprogramm abgerissen. Leider konnten wir kein Gemeinsames Foto mehr machen. Eine oder mehrere Busladungen von hirnlos herumirrenden Touristen sind über den Platz hergefallen und haben es Wahrscheinlich für die nächsten Stunden unmöglich gemacht ein, anständiges Foto zu machen.
Weltkugel am Nordkap bei bestem Wetter
Da wir ja eh noch mal wiederkommen wollten und es tatsächlich kein Unterschied zwischen Tag und Nacht gibt, habe wir entschieden uns zu vertagen. Daraus ist aber nichts geworden. Die machen um ein Uhr Nachts dicht und da liegt das Problem. Keiner von uns beiden wollte sich aufraffen. Wir wollten es am Morgen noch mal versuchen.
Diese Etappe sind wir 496 km gefahren, haben dafür 10 Stunden gebraucht. Stefan hat 30 Liter getankt, ich 35 Liter.